Ergänzende Informationen

Erfahrungen von Kind C: Ganztagsplatz nicht für Integrationskinder

 

Kind C wurde als Integrationskind in der Kita angemeldet, zu Anfang nur halbtags, weil das dem Kind einen weicheren Einstieg ermöglichte und auch zur Arbeitszeit der Eltern passte.

2014 änderten sich die Arbeitszeiten der Eltern jedoch. Deshalb wurde das Gespräch mit den Erzieher:innen gesucht. Kind C konnte dadurch zunächst morgens ca. 10 Minuten früher in die Kita gebracht werden. Das wurde aber plötzlich untersagt. 

In einem weiteren Gespräch wurde den Eltern dann außerdem gesagt, dass für Integrationskinder ein Ganztagsplatz nicht zur Verfügung stehe. Die Mutter kündigte an, mit ihrem Anliegen zur Stadt zugehen. Kurz darauf wurde die Mutter von der Kita-Leitung angesprochen und es wurde nochmals erwähnt, dass ein Kind mit Integrationsplatz die Kita als Ganztagskind nicht besuchen könne, da Integrationskinder nur einen Halbtagsplatz bewilligt bzw. zugesagt bekommen würden.

Deshalb vereinbarten die Eltern nun einen Gesprächstermin mit dem damaligen Bürgermeister. Auch in diesem Gespräch wurde aber sehr schnell klar, dass ein Ganztagsplatz für Integrationskinder nicht vorgesehen ist. Es sei nicht leistbar, ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf ganztags zu betreuen. Außerdem wurde damals argumentiert, dass es den Kindern nicht gut tun würde, eine Kita den ganzen Tag zu besuchen und es der Stadt um das Kindeswohl gehe.

Schlussendlich konnte eine Einigung bezüglich der Bringzeit zwischen 7.00 Uhr und 7.30  Uhr erzielt werden, allerdings zum Kostenpunkt eines Ganztagsplatzes. Aufgrund des Gespräches und der Einigung der früheren Bringzeit wurde von Seiten der Eltern kein Antrag auf einen Ganztagsplatz gestellt.

Unsere Bewertung: Schon seit vielen Jahren werden Kinder mit Förderbedarf bei der Kitaplatzvergabe durch die Stadt benachteiligt, weil sie eine Behinderung haben und die Stadt nicht die notwendigen Mittel bereit stellt, eine Ganztagsbetreuung zu ermöglichen.